Das Diakonische Werk
Evangelische Sozialberatungsstelle
Ringstr. 32, 26721 Emden
Tel.: 04921/58990 Fax: 04921/588917
Sprechzeiten: mi und fr. 9 bis 12 Uhr
Die
Evangelische Sozialberatungsstelle.
Ein Gespräch mit Herrn Hayenga
Herr Hayenga in unserem
Gemeindebrief steht unter der Rubrik „Wichtige Adressen, die Hilfe bringen
...“ auch die Evangelische Sozialberatungsstelle. Was können sich unsere
Leser darunter vorstellen?
Herr Hayenga:
Die Sozialberatungsstelle kennt man auch unter dem Namen „Diakonisches Werk“
und ist eine Einrichtung der Evangelisch - reformierten Synodalverbände I und
III und des Evangelisch-lutherischen
Kirchenkreises hier in Emden. Diese Beratungsstelle steht allen Menschen zur
Verfügung, die in Schwierigkeiten sind. Wir sind für diejenigen da, die sich
benachteiligt fühlen und helfen allen, die sich in sozialen Rechten nicht
auskennen.
Was bedeutet das genau?
Herr Hayenga:
Wir arbeiten mit Einzelpersonen oder Familien, die in Krisensituationen sind,
aus denen sie allein nicht herausfinden. Die Menschen werden beraten, ihnen
werden Hilfen vermittelt und es wird angestrebt, sie wieder zu eigenständigem
Handeln zu befähigen. Dies geschieht durch gezielte beratende Gespräche und
persönliche Hilfe. Die Arbeit umfasst alle Bereiche menschlicher
Konfliktsituationen, Fragen psychosozialer Problematik, wirtschaftlicher Not,
Armut oder Überschuldung.
Oftmals kommen die
Hilfesuchenden zu uns rein und legen uns eine Abrechnung der Stadtwerke vor oder
des Vermieters und mit hohen Zahlungsrückständen. Räumungsklage droht oder
die Energieversorgung soll eingestellt werden
Wo liegen in der Regel
die Ursachen für eine Überschuldung?
Herr Hayenga:
Für viele Menschen ist Armut und wirtschaftliche Not immer noch ein Thema, über
das man nicht spricht, schon gar nicht mit Verwandten, Freunden oder Nachbarn.
Dabei ist bekannt, dass die Überschuldung privater Haushalte ständig wächst.
Ursachen dafür sind unter anderem Verlust des Arbeitsplatzes und dadurch
erheblich reduziertes Einkommen, so dass die laufenden Ausgaben nicht mehr
gedeckt sind. Aber auch Frauen nach einer Scheidung oder der hohe Anteil
Alleinerziehender sind von schleichender Armut betroffen. Und wenn das Einkommen
nicht mehr ausreicht, entstehen sehr schnell weitere Probleme in den Beziehungen
einer Familie oder einer Partnerschaft. Man muss zurückstecken, kann nicht mehr
mit den Nachbarn mithalten. Man muss lernen, auf vieles zu verzichten. Und daran
zerbrechen dann häufig ganze Familien und es tauchen viele Fragen auf, die man
allein nur selten lösen kann.
Welche Fragen sind das zum
Beispiel?
Herr Hayenga:
Wie plane ich meinen Haushalt? Welche Einnahmen stehen mir zur Verfügung und
welche Ausgaben habe ich? Wann bin ich „nur“ verschuldet und wann überschuldet,
so dass ich meinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann? Wie gehe
ich mit meinen Gläubigern um? Wie verhalte ich mich gegenüber einem
Gerichtsvollzieher? Oder aber auch: Welche Ansprüche stehen mir zu? Kann ich
Sozialhilfe beantragen? Welche Rechte habe ich und wie kann ich sie durchsetzen?
Und bei Ihnen bekommen die Hilfesuchenden Antworten!?
Herr Hayenga:
Ja. Für diese und ähnliche Fragen stehen unsere Mitarbeiter zur Beratung und
Hilfe zur Verfügung. Ausweglose Situationen gibt es nur sehr selten.
Eine letzte Frage. Haben
Sie einen Wunsch für die Menschen, die bei Ihnen Hilfe suchen an unseren
Rechts- bzw. Sozialstaat?
Herr Hayenga:
Ja. Wir haben einen Wunsch, der sich wahrscheinlich ab dem ersten Januar 2002
erfüllt. Ab dann besteht die Möglichkeit, dass sogenannte Armutsschuldner in
den Genuss der privaten Entschuldung kommen. Die Kosten von einem möglichen
Gerichtsverfahren, mussten bisher immer sofort beglichen werden. Das konnten
sich viele gar nicht leisten. Diese Kosten können ab dem 1. Januar am Ende des
Entschuldungsprozesses, also nach 7 Jahren beglichen werden. Das war immer unser
Wunsch und so schauen wir positiv in die Zukunft.
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